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Vertrauensvolle Partnerschaft für einen guten Zweck

Vertrauensvolle Partnerschaft für einen guten Zweck

Interview mit Marie Rienecker

Seit mehreren Jahren ist VINCORION ein verlässlicher Partner des ambulanten Kinderhospizdienstes „Familienhafen.“ und unterstützt die Organisation ideell und finanziell. Es ist bereits Tradition, dass bei der jährlichen Weihnachtsfeier Spenden für die Arbeit des Familienhafens gesammelt werden. Darüber hinaus wird bei VINCORION unterjährig über die Arbeit des Familienhafens informiert. So entstand über die letzten Jahre eine vertrauensvolle Partnerschaft.

Anlässlich der Spendenübergabe am 24. Februar durch Geschäftsführer Stefan Stenzel haben wir mit Marie Rienecker gesprochen. Frau Rienecker ist für den Familienhafen als freie Mitarbeiterin tätig und verantwortet so neben der Pressearbeit auch das Fundraising. Spenden sind für die Arbeit des Vereins wichtig, denn die Begleitung durch den Familienhafen ist für die betroffenen Familien kostenlos. Aktuell werden von den ausgebildeten ehrenamtlichen Familienlotsinnen und -lotsen 45 Familien betreut.

Frau Rienecker, warum ist der Familienhafen so wichtig?

Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien finden sich nach der Diagnose einer unheilbaren Erkrankung in einer völlig neuen und extrem belastenden Lebenssituation wieder. Sie tragen unendlich schwere Last. Über 50.000 Kinder bundesweit leben mit einer schweren Erkrankung, davon ca. 500 im Hamburger Raum. Jedes Jahr sterben mehr als 1.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an einer unheilbaren Erkrankung. Nicht nur Trost für die Seele, sondern auch Entlastung und Freiraum im Alltag – auch nur stundenweise – helfen Eltern und Geschwistern in dieser schrecklichen Situation.

Welche Aufgabe übernimmt der Familienhafen in dieser Situation?

Wir vom Familienhafen haben es uns zur Aufgabe gemacht, Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie deren Geschwister und Eltern zu unterstützen – auf Wunsch auch über den Tod hinaus. Der Familienhafen schließt mit seinem Projekt eine Versorgungslücke in Hamburg und Umland. Den betroffenen Familien entstehen keine Kosten!

Was zeichnet den ambulanten Hospizdienst für Familien aus?

Die Versorgung durch den ambulanten Kinderhospizdienst erfolgt, je nach Bedürfnis der Familien, regelmäßig und in ihrem Alltag. Unsere ausgebildeten Ehrenamtlichen helfen da, wo Hilfe gewünscht wird, und schaffen so stundenweise Freiräume und Beistand für Eltern, für die Geschwisterkinder und kümmern sich um die betroffenen Kinder. Stationäre Kinderhospize können Familien vier bis sechs Wochen im Jahr zur sogenannten Entlastungspflege aufnehmen.

Wenn klar ist, dass ein Kind sterben wird, ist das für die betroffene Familie eine furchtbare Situation. Warum ist gerade das Umfeld der Familie so wichtig?

Der Tod ist und bleibt ein Thema, das sehr berührt und mitnimmt – gerade wenn es Kinder betrifft. Doch es ist so wichtig, dass diese Kinder und deren Familien eine Lobby in unserer Gesellschaft bekommen und nicht nur den mitleidigen Blick. Diese Kinder sind so stark und voller Lebensmut und Freude, dass sie es einfach verdient haben, bewundert und beachtet zu werden. Die betroffenen Familien verdienen es, in unserer Gesellschaft aufgenommen und mit aller Kraft unterstützt zu werden – auch über den Tod ihrer Kinder hinaus. Gerade dann ist es so wichtig, für die Eltern und Geschwisterkinder ein „Auffangbecken“ zu schaffen. Und dafür braucht der Familienhafen dringend Spenden und tatkräftige Unterstützung.

Warum sind die Mittel von Unternehmen, Organisationen und privaten Spendern so wichtig?

Das meiste benötigen wir, um die Ausbildungen der angehenden Lotsinnen und Lotsen zu finanzieren. Diese finden in unseren Räumen statt und dauern insgesamt 120 Stunden – verteilt über mehrere Wochenenden. Wir bezahlen die Kursleiter (u. a. Ärzte, die über die möglichen Erkrankungen informieren, Trauerbegleiter, die die unterschiedlichen Arten der Trauerrituale in diversen Kulturen erläutern, etc.) und einen Teil der Angestelltengehälter. Von der VINCORION Spende finanzieren wir die Trauerbegleiterin.

Wie viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter hat der Familienhafen?

Unser hauptamtliches Team ist sehr klein aufgestellt: Eine Koordinatorin kümmert sich um die Familien und Ehrenamtlichen, eine Mitarbeiterin betreibt Öffentlichkeitsarbeit und ist für die Administration zuständig; eine 450-EUR-Kraft kommt einmal pro Woche, um die Spendenquittungen auszustellen. Ich arbeite als freie Fundraiserin und PR-Beraterin. Unsere Trauerbegleiterin geht bei Bedarf stundenweise in die Familien. Wir sind sehr froh, dass wir sie im Team haben, denn sie ist selbst betroffene Mutter und kann so natürlich auf einer ganz anderen Ebene mit den Familien agieren. Unsere Ehrenamtlichen, für die wir auch die Fahrtkosten übernehmen und regelmäßige Supervision anbieten, sind aktuell in 45 Familien unterwegs. Insgesamt haben wir bereits 82 Lotsinnen und Lotsen ausgebildet.

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Author: Marie Rienecker

Marie Rienecker

Um das Fundraising und die Pressearbeit des Ambulanten Kinderhospizdienstes Familienhafen kümmert sich seit knapp fünf Jahren als freie Beraterin Marie Rienecker (35). Die Hamburgerin arbeitet seit zehn Jahren als PR-Beraterin und Dozentin, seit einiger Zeit auch als Coach. „Meine Arbeit für den ambulanten Kinderhospizdienst relativiert eigene Befindlichkeiten. Sie verändert den Blick auf das Leben – und das ist ein Geschenk.“

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