Klimawandel, Automatisierung, Corona, US-Wahl – 2020 hielt für die deutsche Wirtschaft viele Herausforderungen bereit, die die Industrie auch in den kommenden Jahren bewegen werden. VINCORION Insights hat mit den Marktexperten über Trends und Potenziale gesprochen.

Ob in der Luft, an Land oder zu Wasser: Für die Produkte und Lösungen der deutschen und internationalen Zuliefererindustrie war 2020 kein einfaches Jahr. Und gleichzeitig haben sich große Chancen für neue Prozesse und Lösungen ergeben. Auf die Corona-Pandemie waren die wenigstens Unternehmen und Märkte vorbereitet. Bei den Lieferketten, in der Produktion oder im Kundenkontakt.

Multimedialer Online-Showroom für Kunden und Partner

„Das Geschäft hat sich nachhaltig verändert“, fasst Thomas Paustian, Leiter der Business Unit Customer Support bei VINCORION zusammen. Flexibilität, Agilität und Pragmatik wurden spätestens im Frühjahr zu Must-haves für die gesamte Materialwirtschaft und letztendlich auch für die verarbeitende Industrie. Einen deutlichen Schub verlieh Corona dabei der Digitalisierung von Arbeitsprozessen und im Kundenkontakt über Landesgrenzen und ganze Kontinente hinweg. „Mit unserer virtuellen Abnahme und unserem VINCORION-Online-Showroom haben wir neue Prozesse und Tools implementiert, mit denen wir unseren Kunden auch in Zeiten von COVID19 zuverlässig zur Seite stehen können“, erklärt Philippe Euzennat, Leiter der Business Unit Power Systems.

Mit der Zeit gehen, flexibel und agil reagieren: VINCORION hat 2020 stark investiert. So ist u.a. eine eigene, hochmoderne Leiterplattenbestückungsanlage entstanden, um inhouse den hohen Bedarf an Leistungselektroniken noch effizienter abdecken zu können. Der Aufbau von Manufacturing Execution Systemen (MES) in der gesamten Prozesskette von Entwicklung über Fertigung bis hin zum Kundendienst wird den Mechatronik-Spezialisten auch 2021 beschäftigen. Ein Prozess, von dem vor allem auch die Kunden profitieren.

Klimawandel bewegt Defense-Markt

Zu den langjährigen Partnern und Kunden des Zuliefererunternehmens VINCORION zählt auch die Bundeswehr, die 2020 ihr 65-jähriges Jubiläum begangen hat. Für sie ebenso relevant wie für den gesamten Verteidigungsmarkt sind u.a. die Themen Energieversorgung und Predictive Maintenance. Denn auch, wenn der CO2-Ausstoß von militärischen Geräten im Vergleich zur Gesamtbilanz verschwindend gering ist: „Das Thema Klima macht auch beim Militär nicht Halt“, erklärt Astrid Biesterfeldt, Leiterin der Business Unit Energy & Drive. Daher spielen auch hybride Energiesysteme, Wasserstoff-Technologie und Brennstoffzellen in der Forschung und Entwicklung bei VINCORION eine wesentliche Rolle. „Etwa beim Feldlager können unsere Kompetenzen hier sehr gut zum Einsatz kommen. Aber auch im Bereich militärischer Fahrzeuge werden hybride Energielösungen die kommenden Jahre dominieren, etwa in Kombination mit einem dieselbetriebenen oder auch zukünftig mit synthetischem Kraftstoff versorgtem Powerpack.“

Neben dem Power Management rückt VINCORION im militärischen Bereich auch Antriebs- und Stabilisierungstechnik weiter in den Fokus. Immer im Blick dabei die sich verändernden, weltweiten Einsatzszenarien. Mobilität und Flexibilität garantieren die modularen Lösungen, die die Mechatronik-Spezialisten in Altenstadt, Wedel und Essen entwickeln und herstellen – immer im kompletten Produkt- und Lebenszyklus gedacht. Doch auch, wenn auf der technologischen Seite alle Voraussetzungen dafür geschaffen sind, kommt es in vielen Punkten am Ende auf die Politik an: „Wir stehen nicht nur wirtschaftlich, sondern v.a. strategisch im Wettbewerb mit der Welt“, betont VINCORION Managing Director Dr. Stefan Stenzel. „Deutsche und europäische Großprojekte wie TLVS oder FCAS sind Innovationstreiber und ein bedeutender Beitrag zur NATO. Die Zuliefererindustrie hält alle Kompetenzen bereit, es braucht aber ein klares politisches Signal zugunsten der anstehenden großen Beschaffungsprogramme.“

Vom Produkt bis zur Wartung: Modularität schafft Effizienz

Während auf der einen Seite hochmoderne, maßgeschneiderte, schnelle Lösungen für die spezifischen Anforderungen der Kunden auf der ganzen Welt entwickelt werden, ist auch eine weitere VINCORION-Kompetenz entscheidend: Das langfristige Obsoleszenz-Management und der Overhaul von Baugruppen, insbesondere im militärischen Bereich. „Unsere Techniker im Kundendienst sind Experten darin, nahezu alle Plattformen und Systeme so zu warten, dass sie auch die nächsten 30 Jahre zuverlässig und robust im Einsatz sind“, erklärt Thomas Paustian. So, wie bei der Bauweise der Produkte und Lösungen kommen auch im Kundendienst immer stärker modulare Verfahren zum Einsatz. Das macht die Wartung noch effizienter für die Kunden aus Verteidigung, Luftfahrt und Railway.

Sicherheit, Flexibilität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit werden auch 2021 und darüber hinaus die Märkte Verteidigung, Bahntechnik und Luftfahrt bewegen. „Mit den Kenntnissen und Fähigkeiten aus 60 Jahren und unseren engagierten Ingenieuren freuen wir uns darauf, diese Entwicklungen mitzugestalten“, so Dr. Stefan Stenzel.

Was braucht es, damit aus Vision Wirklichkeit wird? Technisches Know-how, jede Menge Engagement und ein klares politisches Bekenntnis.

Flexibler, leistungsfähiger, vernetzter: Die Ansprüche an die Verteidigungssysteme in den kommenden Jahrzehnten werden immer höher. Das liegt vor allem an den veränderten, globalen und unvorhersehbaren Einsatzszenarien, an Hochtechnologie wie etwa Hyperschallwaffen und 360-Grad-Raketentechnologie. Mit dem Taktischen Luftverteidigungssystem TLVS haben Regierung und Unternehmen in Deutschland eine Zukunftsvision gezeichnet, die schon bald Realität werden könnte. Und diese Vision haben deutsche Unternehmen auch bereits teilweise entwickelt: Missionsspezifische Abwehrraketen, erweitere Sensorfähigkeiten, hochentwickelte Software-Algorithmen und höhere Cyber-Sicherheit. So wird das System das erste integrierte Luftverteidigungssystem sein, das mehrere Bedrohungen – auf kurze und mittlere Distanz – simultan verfolgen und abfangen kann und somit einen umfassenden 360-Grad-Schutz ermöglicht.

Autonome und unterbrechungsfreie Energieversorgung

Dazu braucht es Stromversorgungssysteme, die den enormen Leistungsbedarf effizient und flexibel abdecken. Nur so kann garantiert werden, dass das TLVS in allen zukünftigen Einsatzszenarien zuverlässig mit Energie versorgt wird, aber eben auch mit minimalen Kraftstoffverbrauch und Nachschublogistik. Ein wesentlicher taktischer und ökonomischer Vorteil in der Jahrzehnte langen Nutzung. So sind neben besonders effizienten Dieselaggregaten die Commercial Power Interfaces, die einen parallelen Betrieb an vorhandenen Stromnetzen ermöglichen, ein Steckenpferd unserer VINCORION-Energiesysteme. Robust, erprobt, langlebig und zuverlässig können so alle Energiesysteme für TLVS betrieben werden – sowohl autonom über ein Grundaggregat als auch unterbrechungsfrei über das öffentliche Netz.
Als Herzstück des TLVS gilt dabei der neue Gefechtsstand MC4IS. Hier muss in jeder Situation zuverlässig und ausreichend Energie zur Verfügung stehen. Dafür werden alle verfügbaren Energiequellen über ein Aggregat in die passende Form umgewandelt und nutzbar gemacht. Entscheidend dabei ist, dass alle Komponenten dafür so platz- und gewichtssparend angelegt werden, dass sich das Energiesystem den knappen Einbauraum mit weiteren technischen Systemen des 20-Fuß-ISO-Steuerungs-Containers teilen kann.

Forderung an die Politik: Technologiestandort Deutschland stärken

Das Know-how und die Komponenten dahinter kommen unter anderem aus dem Hause VINCORION. Besonders der Unternehmensstandort im bayerischen Altenstadt mit seiner Expertise in Sachen Energie Management sicherheitskritischer Systeme und Plattformen kann hier ein zuverlässiger Partner sein.
„Deutsche und europäische Großprojekte wie das TLVS sind Innovationstreiber für die gesamte wehrtechnische Industrie in Deutschland und ein bedeutender Beitrag zur NATO“, betont Managing Director Dr. Stefan Stenzel. Auch deshalb hat sich die Bundesregierung im Haushaltsentwurf 2021 zum Projekt bekannt. „Was fehlt, ist die finanzielle Untermauerung dieses Bekenntnisses – ein klares Signal in Richtung der Unternehmen und insbesondere auch der Zulieferindustrie, um die Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland zu festigen.“ Die Botschaft aus Altenstadt, Wedel und Essen, den deutschen VINCORION-Standorten, ist klar: Als zuverlässiger Partner sicherheitskritischer Infrastrukturen und Systeme der Bundeswehr, als innovativer Mechatronik-Spezialist und als wichtiger Wirtschaftsfaktor an den Standorten in drei Bundesländern ist man bereit für Next-Level-Verteidigungssysteme.

Zunächst einmal moin und herzlich willkommen. Wenn du gerade diesen Text liest, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du dich für den Beruf des Elektronikers für Maschinen und Antriebstechnik interessierst. Doch gerade bei der beruflichen Orientierung schwirren einem viele Fragen durch den Kopf. Ist der Beruf was für mich, was mache ich täglich, kann ich leisten, was von mir verlangt wird? Ich hoffe, dir bei der Beantwortung dieser Fragen mit meinen persönlichen Erfahrungen ein wenig unter die Arme greifen zu können.

Wieso EMA?

Ich möchte damit beginnen, zu erläutern, warum ich mich für eine Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik entschieden habe. Als ich mich dazu entschieden habe, meine Lehre zu beginnen, war ich im dritten Semester eines Hochschulstudiums im Fach Schiffsmaschinenbau. In diesem Zeitraum wurde mir klar, dass die fachliche Richtung definitiv die richtige ist, allerdings die Art der Vermittlung viel zu theoretisch für jemanden ist, der wie ich vorher in keiner Form berufliche/praktische Erfahrungen im Bereich der Elektromechanik hatte. In dieser Situation kam mir ein Ausbildungsberuf, der sich genau mit der Schnittstelle von Elektrotechnik und Mechanik befasst, wie die perfekte Lösung vor. Von dem, was ich bis dahin gelernt und erlebt hatte, war diese Entscheidung genau richtig. Was ich damit sagen will, ist: Wenn du dich für Elektrotechnik, Mechanik und Physik im Allgemeinen interessierst, wirst du auch mit den Berufsinhalten des EMA sehr zufrieden sein.

Welche Vorkenntnisse benötigst du?

Eventuell wirkt es auf dich ein wenig einschüchternd, dass ich von einem abgebrochenen Studium als Vorqualifikation spreche, aber da kann ich dich auf jeden Fall beruhigen. Das fachliche Wissen, welches mir an der Fachhochschule vermittelt wurde, ist zwar unglaublich hilfreich, aber in keiner Weise nötig, um einen guten Start in die Lehre zu gewährleisten. Eigentlich ist es schon ausreichend, wenn du nie Probleme mit Mathematik in der Mittelstufe an deiner Schule hattest. Mit anderen Worten: Solange du Gleichungen umstellen und lösen kannst, weißt du alles, was du zu Beginn der Ausbildung wissen musst. Dazu sollte ich allerdings nochmal betonen, dass jegliche darüber hinausgehende Qualifikation trotzdem sehr hilfreich sein wird. Dies gilt sowohl für theoretische als auch für praktische Kenntnisse und Erfahrungen. Das Wichtigste ist jedoch, wie so häufig, ein grundlegendes Interesse und deine persönliche Lernbereitschaft. Ein gewisses handwerkliches Geschick ist natürlich auch wichtig, viele Tricks und Kniffe wirst du allerdings auch während der Ausbildung vermittelt bekommen.

Ausbildungsinhalte

Kurz gesagt: alles, was mit elektrischen Maschinen zu tun hat. Hauptsächlich wird es später darum gehen, Elektromotoren zu warten und zu reparieren. Doch bis man diese Tätigkeiten selbstständig und eigenverantwortlich ausführen darf, muss einiges gelernt werden. Dazu gehören vor allem elektrotechnische und mechanische Grundkenntnisse. Dabei ist unter anderem der Elektromagnetismus von entscheidender Bedeutung. Des Weiteren durchläuft man eine Metallgrundausbildung, konkret geht es darin um Feilen, Bohren und Sägen. Der Hauptteil der Ausbildung, zumindest im ersten Lehrjahr, besteht aber aus Steuerungstechnik und Automatisierung. Ein grundlegendes Beispiel für Steuerungstechnik wäre eine Schiebetürsteuerung, das heißt prinzipiell: Wie steuere ich einen Elektromotor so an, dass sowohl alle Sicherheitsvorschriften beachtet als auch alle geforderten Funktionen implementiert werden. Eine konkrete Aussage zu den Lehrinhalten der kommenden Lehrjahre kann ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht treffen.

Tätigkeiten bei Vincorion

Grundsätzlich findet die Ausbildung an drei unterschiedlichen Orten statt: bei Vincorion, in einer separaten Ausbildungswerkstatt und in der Berufsschule.
Während du in der Firma bist, wirst du dich so gut wie ausschließlich im Kundendienst aufhalten. Tätigkeiten, die ich dort bisher ausgeübt habe, reichen vom Reinigen gebrauchter Maschinen über ihre Befundung bis hin zur Fehlersuche an defekten Antrieben sowie deren Reparatur.
In der Ausbildungswerkstatt findet vor allem die Vermittlung der Grundlagen und Lehrinhalte statt. Darunter fallen die oben genannte Metallgrundausbildung, allerdings auch Grundlagen der Elektrotechnik, Steuerungstechnik und Automatisierung.
In der Berufsschule fängt auch alles recht fachunspezifisch an und entwickelt sich dann langsam Richtung Elektrotechnik.

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